Mini-Futures (55)
Der Agrarbereich wird von Preiszyklen, einer Vielzahl von Anbietern, handelspolitischen Regulierungen und zusätzlichen volatilen Faktoren wie Wetter, Anbaumenge, konkurrierenden Anbauflächen und einer oftmals instabilen politischen Situation in den Anbauländern bestimmt.
Allgemein wird davon ausgegangen, dass die Nachfrage nach Agrarrohstoffen – sogenannten „Soft Commodities“ – weiter wachsen wird. Der Hauptgrund hierfür ist die wachsende Weltbevölkerung und der zunehmende Wohlstand in Schwellenländern mit hohem Wirtschaftswachstum, allen voran China und Indien. Man nimmt an, dass die Menschen in diesen Ländern ihr Konsumverhalten ändern und die Nachfrage nach Lebensmitteln wie Fleisch steigen wird. Ein wachsender Fleischkonsum hat wiederum Auswirkungen auf die Nachfrage von Getreide als Futtermittel.
Weiterhin wird angesichts der hohen Öl- und Benzinpreise von einer zunehmenden Bedeutung von nachwachsenden Rohstoffen zur Herstellung von alternativen Kraftstoffen wie Ethanol oder Biodiesel ausgegangen.
Diese Faktoren lassen auf eine zunehmende Nachfrage nach Mais schließen. Das Angebot von Mais bestimmt sich über die Größe der Anbauflächen sowie über die auch wetterabhängigen Ertragsraten.
Die Preisentwicklung von Mais unterliegt Zyklen und war zuletzt seit Juli 2005 rückläufig. Dies lag an einem deutlichen Ernteüberschuss, der im Jahr 2005 erwirtschaftet wurde. Seit 2001 wurden vor allem in den USA die Anbauflächen für Mais ausgeweitet. Ende 2005 stieg der Maispreis kontinuierlich und mit einer wachsenden Geschwindigkeit an, die sich im Jahr 2006 noch erhöhte. Im Februar 2007 setzte schließlich eine Konsolidierungsphase ein, die zum Jahreswechsel 2007/2008 ihr Ende fand. Seither stiegen die Maisnotierungen massiv an.