Bei Baumwolle wird mit einer stetig wachsenden Nachfrage gerechnet, hervorgerufen durch das Wachstum der Weltbevölkerung und dem damit einhergehenden Bedarf an Bekleidung. Da aufgrund hoher Ölpreise die Produktionskosten für petrochemisch hergestellte synthetische Textilfasern steigen, ist kaum zu erwarten, dass die Marktanteile von Kunstfasern sich ausweiten lassen; stattdessen könnte es zu einer zusätzlichen Nachfrage nach der Naturfaser kommen.
Andererseits beeinflusst der steigende Ölpreis aber auch die Produktion von Baumwolle, indem er Produktionsmittel wie Dünger und Pflanzenschutzmittel verteuert. Kostendeckendes Wirtschaften wird somit erschwert, und eine Folge davon könnte sein, dass weniger Anreize zur Erzeugung hoher und hochwertiger Produkte bestehen. Dies könnte eine Reduzierung der Anbauflächen nach sich ziehen und infolgedessen zu einem Produktionsdefizit besonders bei hochwertiger Ware führen.
Die Volatilität des Baumwollpreises wird außerdem dadurch bestimmt, dass ein Großteil der Baumwollproduktion nicht dem freien Marktpreis unterliegt, da der Textilsektor und der Anbau von Baumwolle vielfach staatlichen Eingriffen in Form von Subventionen und protektionistischen Maßnahmen unterliegt.
Seit Anfang 2005 pendelte der Baumwollpreis lange Zeit seitwärts in einem Preiskorridor von 48 bis 57 US-Cent je amerikanischem Pfund. Mitte 2007 brach der Preis nach oben aus dieser Bandbreite aus. Anfang des Jahres 2008 folgte ein weiterer deutlicher Aufwärtsimpuls, der den Preis auf etwa 90 US-Cent trieb.